Schutz der Opfer in den Vordergrund stellen

Aus Sicht der Tiroler Kinderschutzzentren steht der Schutz der Kinder im Mittelpunkt. Wiederholende Übergriffe bereits nach rechtskräftiger Verurteilung eines Sexualstraftäters sind unbedingt zu verhindern und vorausschauende Maßnahmen zu setzen.

Somit ist aus dem Blickwinkel der Opfer der unmittelbare Strafantritt nach rechtskräftiger Verurteilung dringend geboten. Die Untersuchungshaft wird zur Gänze auf die Haftdauer angerechnet, weshalb für den Verurteilten kein unmittelbarer Nachteil entsteht und die Opfer sich sicher fühlen können.

Die Haftzeit sollte jedoch genützt werden, um Verantwortung für das strafrechtliche Handeln zu übernehmen. Es sollte daher mit Sexualstraftätern gearbeitet werden. Ansonsten bleibt der Maßnahmenvollzug die einzige Lösung mit regelmäßigen Gefährlichkeitsprognosen durch geeignete Sachverstände.

Sexuelle Gewalt an Kindern ist kein Kavaliersdelikt und gehört nach den gleichen Maßstäben geahndet wie jedes andere Verbrechen. Es handelt sich dabei um Gewalt an Kinderseelen, an der Kinder und spätere Erwachsene oft ein Leben lang zu leiden haben.