SchuSo Jahresbericht 2014/15

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Statistikauswertung Tirol

Statistikauswertung Imst

Statistikauswertung Jenbach

Statistikauswertung Innsbruck

Statistikauswertung Osttirol

Statistikauswertung

Vorwort

Im Herbst 2008 startete die Schulsozialarbeit Tirol mit einem Pilotprojekt mit zwei SchulsozialarbeiterInnen in Imst. In den darauf folgenden Jahren wurden die Standorte Jenbach (März 2012), Innsbruck (Jänner 2013), HTLinn (September 2014) und Osttirol (Mai 2015) aufgebaut.

Unter dem Namen „SchuSo“ und dem Motto „offen – freiwillig – vertraulich“ werden sozialarbeiterische Beratungen für SchülerInnen, sowie deren LehrerInnen, Eltern und Erziehungsberechtigte angeboten. Durch den leichten Zugang, die ständige Präsenz und die gute Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper konnten bereits viele SchülerInnen erreicht werden, was die untenstehenden Zahlen belegen.

Die Beratungsthemen reichen von Konflikten im Klassenverband oder in der jeweiligen Peergroup, Probleme und Konflikte in der Familie bis hin zu selbst verletzendem Verhalten, häuslicher und sexueller Gewalt, Rechtsauskünfte, Fragen zur Sexualität, uvm. Auch per Mail oder Facebook können SchülerInnen mit ihren Fragen an die Schulsozialarbeit herantreten.

Neben den SchülerInnen nützen auch LehrerInnen das Beratungsangebot der „Externen“, wenn sie sich beispielsweise um ihre SchülerInnen oder Klassen sorgen – Auffälligkeiten und Probleme werden dann gemeinsam reflektiert und diesen wird nachgegangen.

Zudem finden auch noch Beratungen mit Eltern und Erziehungsberechtigten statt. Häufige Themen in den Beratungen mit Eltern und Erziehungsberechtigten sind Fragen zur Erziehung und/oder Schulmüdigkeit bzw. wenn sich Eltern um ihre Kinder sorgen. Oft hat die Schulsozialarbeit hier eine Drehscheibenfunktion – so werden SchülerInnen, LehrerInnen und Erziehungsberechtigte auch an andere Einrichtungen weitervermittelt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Schulsozialarbeit liegt in der Präventionsarbeit – so wird mit jeder Klasse mindestens zweimal pro Schuljahr zu Themen wie „Kinderrechte“, „sicher online?!“, „safer sex?!“, „Multikulti-Klasse“, „Jugendschutz“ oder „Tattoo/Piercings?!“ gearbeitet. Die Themen werden altersgerecht aufgearbeitet und die SchülerInnen haben jederzeit die Möglichkeit, die SchuSo nochmals aufzusuchen und offene Fragen im Einzelsetting zu klären – dies garantiert die notwendige Nachhaltigkeit der Schulsozialarbeit. Durch die Präventionsarbeit sollen zudem soziale Kompetenzen gefördert, sowie Konflikten und Problemen entgegengewirkt werden.

Auch anlassbezogen können die SchulsozialarbeiterInnen von SchülerInnen, LehrerInnen und/oder Erziehungsberechtigten in eine Klasse gebeten werden – diese sogenannten Klasseninterventionen handeln von Themen wie Mobbing, Klassengemeinschaft, Kommunikation, sowie dem Umgang miteinander.

Die Schulsozialarbeit sieht sich selbst als eine Hilfestellung für unsere Kinder und Jugendlichen und eine Entlastung für Eltern und Erziehungsberechtigte sowie für den Lehrkörper. Des Weiteren entlastet die Schulsozialarbeit aufgrund der Möglichkeit des frühen Erkennens von Auffälligkeiten und Problemen die Jugendwohlfahrt und wirkt, nicht zuletzt auch aufgrund der niederschwelligen Herangehensweise sowie der laufenden Präventionsarbeit, kostensparend.

Nachfolgend sind die statistischen Daten zur Frequentierung der Schulsozialarbeit zuerst für Tirol und anschließend nach den Standorten Imst, Jenbach, Innsbruck und Osttirol dargestellt. Die Zahlen belaufen sich auf den Zeitraum von Anfang September 2014 bis Ende Juli 2015.

Statistische Auswertung aller Standorte in Tirol

In Tirol wird aktuell an insgesamt elf Standorten Schulsozialarbeit von 14 SozialarbeiterInnen angeboten. Hauptsächlich werden dabei Neue Mittelschulen bedient, aber auch zwei Polytechnische Schulen, ein Sozialpädagogisches Zentrum, eine HTL und eine Volksschule (anlassbezogen) profitieren von den SchulsozialarbeiterInnen vor Ort. Das Anstellungsausmaß der SozialarbeiterInnen variiert von 20 Wochenstunden bis zu einer vollen Anstellung mit 38 Wochenstunden.

Anzahl der Gesamtberatungen von SchülerInnen

In Tirol wurden insgesamt 3056 Beratungen mit SchülerInnen durchgeführt, wovon 1853 im Einzelsetting (inkl. Onlineberatungen) und 1203 im Gruppensetting stattfanden. An allen Standorten fällt auf, dass mehr Beratungen im Einzelsetting als im Gruppensetting angenommen werden.

Die Beratungsthemen bei den SchülerInnen sind sehr vielfältig und reichen von Konflikten in der Peergroup, familiäre Konflikte und Probleme, schulische/berufliche Zukunft, Liebe/Pubertät/Sexualität, häusliche Gewalt, Gesundheit/Krankheit bis hin zu Themen wie Straffälligkeit, etc.

Anzahl der SchülerInnen, welche Beratung in Anspruch nahmen

Insgesamt wurden in Tirol 1057 SchülerInnen erreicht. Die Geschlechteraufteilung ist dabei ungefähr gleich und so kamen 524 Mädchen und 533 Burschen zu einer Beratung zur SchuSo. Häufiger suchten die SchülerInnen mehrmalig die SchuSo für eine Beratung auf. Der kleinere Teil kam zu einer einmaligen Beratung.

Anzahl der Beratungen mit Eltern und Erziehungsberechtigten

Des Weiteren fanden 473 Beratungen mit Eltern bzw. Erziehungsberechtigten statt. Teilweise fanden diese gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen statt und ein geringer Anteil kann somit als „Familienberatung“ bezeichnet werden.

Häufige Themen in den Beratungen mit Eltern bzw. Erziehungsberechtigten sind Fragen zur Erziehung und/oder Schulmüdigkeit, schulische/berufliche Zukunft, Gewalt in der Schule, etc.

Arbeit mit Klassen und Gruppen

Einen weiteren Schwerpunkt zu den Beratungen stellt die Präventionsarbeit dar. So wurde mit Klassen und Gruppen zu verschiedensten Themen gearbeitet, welche bereits im Vorwort genannt wurden. Die Schulsozialarbeit versucht zweimal pro Jahr in jeder Klasse eine kleine spezifische Gruppenarbeit anzubieten, dies kann allerdings nur nach personellen Ressourcen angeboten werden. Insgesamt fanden 159 Präventionseinheiten statt. Zusätzlich dazu wurden noch 36 anlassbezogene Klasseninterventionen und 59 soziale Gruppenarbeiten (mit Kleingruppen) angeboten. Insgesamt kommt die SchuSo Tirol somit auf 254 „Einsätze“ in Klassen und Gruppen.

Statistische Auswertung der Imster Standorte

In Imst wurde im Schuljahr 2008 als erster Standort in Tirol Schulsozialarbeit angeboten. Im Schuljahr 2014/15 waren ein männlicher Sozialarbeiter (38 Wochenstunden) und zwei weibliche Sozialarbeiterinnen (2 x 38 Wochenstunden) an folgenden Standorten beschäftigt: Neue Mittelschulen Unterstadt inkl. Polytechnische Schul und Neue Mittelschule Oberstadt inkl. Sonderpädagogisches Zentrum. Bei der Bundeshandelsschule wurde die Finanzierung eingestellt und so konnte diese im aktuellen Schuljahr leider nicht mehr bedient werden.

Anzahl der Gesamtberatungen von SchülerInnen

In Imst wurden an allen Standorten zusammen 1214 Beratungen mit SchülerInnen durchgeführt. Im Gegensatz zu den anderen Standorten zeigen sich bei den Gruppen- und Einzelberatungen geringere Unterschiede und so wurden 540 Beratungen im Einzelsetting und 674 Beratungen im Gruppensetting durchgeführt.

Anzahl der SchülerInnen, welche Beratungen in Anspruch nahmen

An allen Standorten zusammen nahmen Insgesamt 409 SchülerInnen das Angebot der SchuSo wahr. Die Geschlechteraufteilung unterliegt an den verschiedenen Schulen geringer Schwankungen und so konnten insgesamt 213 Mädchen und 196 Burschen beraten werden.

Anzahl der Beratungen mit Eltern und Erziehungsberechtigten

Neben den SchülerInnen führt die SchuSo Imst wie an den anderen Standorten auch Eltern- und Familienberatungen durch und es konnten 129 Beratungen gemacht werden.

Anzahl der Arbeit mit Klassen und Gruppen

Die SchuSo Imst bietet planmäßig in jeder Klasse pro Semester Präventionsarbeit an und so konnten im aktuellen Schuljahr 129 Präventionseinheiten vollzogen werden. Zusätzlich dazu wurden auch noch 62 Klasseninterventionen und 40 soziale Gruppenarbeiten angeboten. Die Arbeit mit Klassen und Gruppen ergibt somit eine Gesamtzahl von 231.

Statistische Auswertung des Jenbacher Standorts

Das Schulzentrum Jenbach (Neue Mittelschule 1, Neue Mittelschule 2 und Polytechnische Schule) wird von Montag – Donnerstag von einem männlichen Sozialarbeiter mit einer Wochenanstellung von 30 Stunden und einer weiblichen Sozialarbeiterin mit einer Wochenanstellung von 20 Stunden bedient.

Anzahl der Beratungen

Insgesamt konnten von September bis Juli 432 Beratungen mit SchülerInnen durchgeführt werden, wovon 336 im Einzelsetting und 96 im Gruppensetting gemacht wurden. Zusätzlich zu den Beratungen mit SchülerInnen fanden 144 Eltern- und Familienberatungen statt, wovon der größte Teil auf Elternberatungen ohne Teilnahme der Kinder fällt.

Anzahl der SchülerInnen, welche Beratungen in Anspruch nahmen

Bei der Anzahl der SchülerInnen welche Beratungen in Anspruch nahmen, lässt sich herauslesen, dass fast gleich viele Mädchen wie Burschen die Schulsozialarbeit ausuchten. An allen Schulen zusammen nahmen 144 SchülerInnen das Angebot der SchuSo wahr. Aus der Statistik lässt sich außerdem entnehmen, dass der Hauptanteil der SchülerInnen eine der beiden NMS besucht und ein geringer Teil in die PTS geht.

Anzahl der Arbeit mit Klassen und Gruppen

Die Arbeit mit Klassen und Gruppen stellt für die SchuSo neben den Beratungen einen weiteren wichtigen Arbeitsbereich dar. So konnten im Schuljahr 2014/15 aufgrund des aufgestockten Personals 33 Präventionseinheiten durchgeführt werden. Zusätzlich dazu wurden außerdem noch 12 Klasseninterventionen und 13 soziale Gruppenarbeiten – diese finden mit Teilen einer Klasse statt – angeboten.

Statistische Auswertung der Innsbrucker Standorte

In Innsbruck startete die SchuSo im Jänner 2013 an vier Standorten mit den folgenden fünf Schulen: Neue Mittelschule Hötting, Neue Mittelschule Hötting West, Neue Mittelschule Reichenau, Neue Mittelschule O-Dorf 1 und Neue Mittelschule O-Dorf 2. An diesen Schulen sind insgesamt zwei männliche Sozialarbeiter (25 Wochenstunden und 35 Wochenstunden) und drei weibliche Sozialarbeiterinnen (1 x 25 Wochenstunden, 2 x 30 Wochenstunden) beschäftigt. Zusätzlich dazu wurde im Schuljahr 2014/15 an der HTLinn (Höhere Technische Lehranstalt Anichstraße) ein männlicher Sozialarbeiter mit 20 Wochenstunden installiert.

Anzahl der Gesamtberatungen von SchülerInnen

Insgesamt wurden an allen Standorten zusammen 1233 Beratungen mit SchülerInnen und Schülern durchgeführt. Somit bilden die SchülerInnen wie auch an den anderen Standorten in Tirol die größte Zielgruppe. An allen Standorten zusammengezählt fanden mehr als doppelt so viele Einzelberatungen (872) wie Beratungen im Gruppensetting (361) statt.

Anzahl der SchülerInnen, welche Beratungen in Anspruch nahmen

Insgesamt wurden In Innsbruck 368 SchülerInnen durch das Beratungsangebot der Schulsozialarbeit erreicht. Bereits jedeR zweite bis dritte SchülerIn hat das Beratungsangebot an den Schulen in Anspruch genommen. Die Geschlechteraufteilung variiert an den unterschiedlichen Schulen. Teilweise ist die Aufteilung zwischen Mädchen und Burschen ungefähr gleich (NMS Reichenau, NMS Hötting), teilweise unterliegt sie Schwankungen (NMS O-Dorf, NMS Hötting West, HTL).

Anzahl der Beratungen mit Eltern und Erziehungsberechtigten

Wie bereits in den letzten Jahren wurden vermehrt Beratungen mit der Hauptzielgruppe der SchülerInnen durchgeführt und es fanden weniger Elternberatungen als SchülerInnenberatungen statt. Dennoch konnten 145 Eltern- und Familienberatungen durchgeführt werden. Vor allem die HTLinn sticht mit 76 Beratungen heraus.

Anzahl der Arbeit mit Klassen und Gruppen

Wie auch an den anderen Standorten in Tirol werden in Innsbruck planmäßig an jeder Schule und in jeder Klasse pro Semester Präventionseinheiten durchgeführt. Aufgrund der großen Klassenanzahl und der begrenzten personellen Kapazitäten konnten in der HTLinn nicht alle Klassen bedient werden. Weitere Schwankungen der Zahlen ergeben sich aus den unterschiedlichen Schulgrößen und Anzahl der Klassen. Insgesamt wurden in Innsbruck 126 Vorstellungen und Präventionseinheiten, 23 Klasseninterventionen und 46 soziale Gruppenarbeiten mit Kleingruppen (inkl. Thementage) durchgeführt, wodurch die SchuSo Innsbruck auf eine Gesamtzahl von 195 „Einsätzen“ in Klassen und Gruppen kommt.

Statistische Auswertung der Osttiroler Standorte

Die Schulsozialarbeit Osttirol wurde als letztes ausgebaut und im Mai 2015 an den drei Neuen Mittelschulen Egger-Lienz, Lienz Nord, und Nußdorf-Debant installiert. An diesen Schulen sind insgesamt zwei weibliche Schulsozialarbeiterinnen (35 Wochenstunden) und ein männlicher Schulsozialarbeiter (35 Wochenstunden) angestellt.

Anzahl der Gesamtberatungen von SchülerInnen

Obwohl erst im Mai 2015 mit den Beratungen der SchülerInnen begonnen werden konnte, wurden bereits 105 Beratungen im Einzelsetting und 72 Beratungen im Gruppensetting durchgeführt. Somit konnten insgesamt 177 Beratungen mit SchülerInnen durchgeführt werden.

Anzahl der SchülerInnen, welche Beratungen in Anspruch nahmen

Insgesamt konnten 136 SchülerInnen erreicht werden. Bei der Geschlechteraufteilung fällt auf, dass diese Schwankungen an den unterschiedlichen Standorten unterliegt, wobei insgesamt 77 Mädchen und 59 Burschen erreicht werden konnten.

Anzahl der Beratungen mit Eltern und Eziehungsberechtigten

Zusätzlich zu den Beratungen mit SchülerInnen konnten auch bereits Eltern und Erziehungsberechtigte erreicht und 15 Beratungen mit diesen durchgeführt werden. Da die Schulsozialarbeit Osttirol erst kurz vor Schulschluss startete, stand der Fokus auf eine Bekanntmachung des Angebotes und im speziellen auf dem Beratungsangebot selbst. Die Arbeit mit Klassen und Gruppen wird somit erst im kommenden Schuljahr 2015/16 angeboten.

Übersichtstabelle Statistik des Schuljahres 2014/15

Standorte Anzahl der Gesamtberatungen von SchülerInnen Anzahl der erreichten SchülerInnen Anzahl der Beratungen mit Eltern Anzahl der Arbeit mit Klassen und Gruppen
Imst 1214 409 129 231
Jenbach 432 144 184 58
Innsbruck 1233 368 145 195
Osttirol 177 136 15
Gesamtzahl Tirol 3056 1057 473 485

Nähere Informationen bekommen Sie unter  www.schulsozialarbeit-tirol.at