Jahresbericht 2013

Titelbild des Jahresberichts 2013

Titelbild des Jahresberichts 2013

Die Tiroler Kinderschutz GmbH betreibt zwei Säulen, zum einen die Tiroler Kinderschutzeinrichtungen mit den Standorten Innsbruck, Imst, Lienz und Wörgl.
Zum anderen die Schulsozialarbeit in Imst, Jenbach und Innsbruck.
Weiters betreuen wir die Einrichtungen Übergangswohnen Kufstein als Projekt und die Pflege-und Bereitschaftsfamilien sowie die Projekte Kinderschutz Kindergruppe und Prävention in Schulen.

Anzahl der KlientInnen und Beratungen/Psychotherapien

2012 kontaktierten uns 767 Familien/KlientInnen und suchten Hilfe und Unterstützung bei den Einrichtungen des Kinderschutzes. Davon waren 103 Kinder und Jugendliche.

2013 kontaktierten uns 868 Personen und suchten Hilfe und Unterstützung bei den Einrichtungen des Kinderschutzes.Davon waren 158 Kinder und Jugendliche.

Es kam im Jahr 2013 zu 4504 Beratungskontakten.Der Großteil sind Beratungen und Psychotherapien mit von Gewalt betroffenen Kindern oder Jugendlichen, die über längere Zeit regelmäßig in die Beratungsstellen kommen.Zum anderen Teil handelt es sich hier um Beratungen von Bezugspersonen, und um Beratungen von Professionellen und HelferInnenkonferenzen.

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im familiären Kontext erfordert intensive Beratungstätigkeiten mit den Betroffenen und ihrem sozialen Umfeld.

Zusätzlich wird mit dem HelferInnensystem in regelmäßigen HelferInnenkonferenzen kooperiert.

Nur so kann auch längerfristig Schutz und Hilfe für die von Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen und die Unterstützung der Eltern/Erziehungsberechtigten gewährleistet werden. Dazu gehört auch die Arbeit mit der Gewalt ausübenden Person innerhalb der Familie.

Anzahl KlientInnen 2013 868
Anzahl KlientInnen 2012 767
Beratungen / Psychotherapien 2013 4.504
Beratungen / Psychotherapien 2012 3.993

Demographische Verteilung der Kinder und Jugendlichen

Von den insgesamt 159 Kindern und Jugendlichen, die in unseren Einrichtungen in Innsbruck, Imst, Lienz und Wörgl zu Beratungen und Psychotherapien kamen oder das Angebot der psychosozialen Prozessbegleitung in Anspruch nahmen, waren 112 weiblich und 47 männlich.

Dies entspricht einer prozentuellen Aufteilung von 70 % Mädchen und 30 % Burschen.

In der demographischen Verteilung ist klar zu erkennen, dass der Anteil der weiblichen Kinder und Jugendlichen in allen angeführten Altersklassen sehr hoch ist.

In der Altersklasse 15 – 19 Jahre sind von 44 Jugendlichen 33 weiblich.

 

KlientInnen im Alter von

0 bis 6 Jahren weiblich 15 männlich 4
7 bis 14 Jahren weiblich 64 männlich 31
15 bis 19 Jahren weiblich 33 männlich 12

Beratungsinhalte

Wir sind in Tirol die wichtigste Anlaufstelle zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, einschließlich des Verdachtes auf sexuelle Gewalt, aber auch zu anderen Themen, wie z.B.physische und psychische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche werden wir immer häufiger kontaktiert.

Erläuternd sei erwähnt, dass jeweils nur das Hauptthema, mit dem Kinder/Jugendliche zu uns kommen, in der Statistik abgebildet wird. Meist sind Kinder von mehreren Gewaltformen betroffen. Sexuelle Gewalt hat auch immer etwas mit Zwang und psychischer Gewalt im Sinne des Machtmissbrauchs zu tun.

Beratungsinhalt Beratungskontakte
Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche / Verdacht auf sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche 2784
Psychische Gewalt
gegen Kinder und Jugendliche
512
Psychische Gewalt
gegen Kinder und Jugendliche
243
Psychische Probleme 175
Familiensystem/Scheidung/Trennung 191
Psychosoziale Probleme 171
Täterarbeit 99
Vernachlässigung 127
Sonstige Themen 202

Kontakt herstellen

Für uns ist es sehr wichtig, zu wissen, wie der Kontakt der KlientInnen zu unseren Einrichtungen hergestellt wurde.Ob dieser durch die KlientInnen selbst oder die Erziehungsberechtigten bzw.durch das private Umfeld erfolgte, oder ob der Kontakt durch Professionelle hergestellt wurde.So können wir auch gezielte Öffentlichkeitsarbeit leisten, um uns als Facheinrichtung zu institutionalisieren.

Kontakt durch das private Umfeld Anzahl
KlientInnen selbst 170
Erziehungsberechtige 167
NachbarInnen 1
Verwandte 17
Summe 355
Kontakt durchProfessionelle Anzahl
BH/Jugendwohlfahrt 99
Vernachlässigung 198
Sonstige Professionelle 149
Stationäre Einrichtungen 56
Schulpsychologie 3
Schule 3
Gericht 149
Summe 411
Ohne Angaben – Summe 102
Gesamtsumme 868

Prozessbegleitung

Unsere Einrichtungen bieten seit 2002 auch psychosoziale Prozessbegleitung an.

Zudem wird in enger Zusammenarbeit mit RechtsanwältInnen zusätzlich die juristische Vertretung der betroffenen Kinder und Jugendlichen bei Gericht ermöglicht.

Im Rahmen der psychosozialen Prozessbegleitung unterstützen wir Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen bei polizeilichen Anzeigen und während des Strafverfahrens.

Im Jahr 2013 waren dies insgesamt 108 Fälle.Davon wurden 65 Fälle aus den Vorjahren übernommen und 43 Prozessbegleitungen starteten 2013.

Es wurden 87 Kinder und Jugendliche und 21 Bezugspersonen betreut.
Prozessbegleitungen 2013

Mädchen 55
Burschen 32
Bezugspersonen 21

Projekte 2013


Flächendeckende Vernetzung zum Thema Gewalt an Kindern und Jugendlichen am Beispiel der sexualisierten Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Bundesland Tirol, speziell für MitarbeiterInnen im medizinischen Bereich

Im Rahmen des vorliegenden Projekts hat der Tiroler Kinderschutz sein besonderes Augenmerk auf die Vernetzung mit Fachleuten aus dem medizinischen Bereich gelegt.Keine Person und keine Institution können sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen alleine abklären, beenden und die Folgen tragen.Darum ist unbedingt eine Kooperation mit involvierten Berufsgruppen notwendig.

Dieses Projekt, mit dem zwischen 300 und 400 Personen erreicht wurden, wurde zu einem Großteil durch eine Förderung des Bundesministeriums für Familien und Jugend im Rahmen der Plattform gegen die Gewalt in der Familie finanziert.

 

Therapeutische Kindergruppe

Seit dem Jahr 2010 kann die Therapeutische Kindergruppe aufgrund von großzügigen Spenden vorerst wieder angeboten werden.Die Therapeutische Kindergruppe richtet sich an Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich im sozialen Kontext des Alltags gut zurechtzufinden.Die Therapeutische Kindergruppe bietet den Kindern ein Übungsfeld für den sozialen Umgang miteinander und soll den Kindern ermöglichen, ihr Rollenrepertoire in der Begegnung mit anderen in unterschiedlichen Kontexten zu erweitern.

 

Prävention an Volksschulen

Von den Schulen und den Eltern nehmen wir einen dringlichen Bedarf wahr, zu den Themen: Gewalt unter Kindern, Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und sexuelle Gewalt oder Übergriffe auf Kinder, mit den Klassen zu arbeiten.Die KlassenlehrerInnen benötigen diesbezüglich Unterstützung durch Fachpersonen, die zu diesem Thema mit den Kindern in der Klasse arbeiten und zur Entlastung der emotionalen Situation beitragen.Den Eltern wie LehrerInnen geht es dabei darum, dass ihre Kinder besser vor Gewalt geschützt sind.Das Programm dient dementsprechend in erster Linie der Stärkung von Kindern.

Dieses Projekt wird ebenfalls zur Gänze durch Spendengelder finanziert und konnte im Jahr 2013 an der Volksschule Innere Stadt und an Volksschulen im Bezirk Landeck angeboten werden.

Schulsozialarbeit Tirol – Schuljahre 2012/2013

Die Schulsozialarbeit Tirol war im Schuljahr 2012/2013 an insgesamt 8 Standorten in Imst, Jenbach und Innsbruck vertreten, wobei die Schulsozialarbeit in Innsbruck erst im Jänner 2013 startete.

Unter dem Namen „SchuSo“ und dem Motto „offen – freiwillig – vertraulich“ werden sozialarbeiterische Beratungen für SchülerInnen, sowie deren LehrerInnen, Eltern und Erziehungsberechtigte angeboten.

Insgesamt wurden tirolweit 2722 Beratungen mit SchülerInnen durchgeführt, wovon 1818 Einzelberatungen und 904 Beratungen im Gruppensetting stattfanden.

Die Beratungsthemen sind sehr vielfältig und reichen von Konflikten in der Peergroup, familiäre Konflikte und Probleme, schulische/berufliche Zukunft, Liebe/Pubertät/Sexualität, häusliche Gewalt, Gesundheit/Krankheit bis hin zu Themen wie Straffälligkeit, etc.

In ganz Tirol kamen insgesamt 894 SchülerInnen zu ein- bzw.mehrmaligen Beratungen.Die Geschlechteraufteilung wiegt dabei ungefähr gleich, so wurden 469 Mädchen und 425 Burschen erreicht.

Auch LehrerInnen nutzen das Beratungsangebot der „Externen“, wenn sie sich beispielsweise um ihre SchülerInnen oder Klassen sorgen – Auffälligkeiten und Probleme werden dann gemeinsam reflektiert und diesen nachgegangen.

Anzahl der Gesamtberatungen von SchülerInnen

Imst 1445
Jenbach 374
Innsbruck 903
Gesamt 2722

 

Anzahl der SchülerInnen, welche Beratung in Anspruch nahmen

Imst 405
Jenbach 127
Innsbruck 362
Gesamt 894

 

 

Des Weiteren fanden 371 Beratungen mit Eltern bzw. Erziehungsberechtigten statt.Häufige Themen in den Beratungen mit Eltern bzw.Erziehungsberechtigten sind Fragen zur Erziehung und / oder Schulmüdigkeit.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Schulsozialarbeit ist die Präventionsarbeit – so wird mit jeder Klasse mindestens zweimal pro Schuljahr zu Themen, wie Kinderrechte, sicher online?!, safer sex?!, Konsum/Sucht?! etc.gearbeitet.Die Themen werden altersgerecht aufgearbeitet und die SchülerInnen haben nach den Präventionsprojekten jederzeit die Möglichkeit, die SchuSo nochmals aufzusuchen und offene Fragen im Einzelsetting zu klären – dies garantiert die notwendige Nachhaltigkeit der Schulsozialarbeit.

Zusätzlich zu den geplanten Projekten finden außerdem noch Klasseninterventionen zu aktuellen Themen – wie z.B.Mobbing – statt und es werden soziale Gruppenarbeiten angeboten.

Die Schulsozialarbeit sieht sich als eine adäquate und zeitgerechte Hilfestellung für unsere Kinder und Jugendlichen und als eine Entlastung für Eltern bzw.Erziehungsberechtigte sowie für den Lehrkörper.

Des Weiteren entlastet die Schulsozialarbeit aufgrund der Möglichkeit des frühen Erkennens von Auffälligkeiten und Problemen die Kinder- und Jugendhilfe und wirkt, nicht zuletzt auch aufgrund der niederschwelligen Herangehensweise sowie der laufenden Präventionsarbeit, kostensparend.

 

Anzahl der Beratungen mit Eltern und Erziehungsberechtigten

Imst 199
Jenbach 78
Innsbruck 94
Gesamt 371

Arbeit mit Klassen und Gruppen

Präventionsprojekte
Imst 81
Jenbach 5
Innsbruck 93
Klasseninterventionen
Imst 23
Jenbach 14
Innsbruck 12
soziale Gruppenarbeit
Imst 16
Jenbach 7
Innsbruck 2
Gesamt
Imst 120
Jenbach 26
Innsbruck 107

Alle unsere Angebote sind kostenlos!

Übergangswohngruppe Kufstein

Seit September 2013 bietet die Übergangswohngruppe Kufstein Kindern und Jugendlichen Raum, sich von Krisensituation zu erholen und in weiterer Folge an Perspektiven zu arbeiten.

Bereits Jahre zuvor wurden seitens der mobilen Jugendarbeit Kufstein immer wieder Stimmen laut, die Fremdunterbringungsmöglichkeiten im Bezirk bemängelten.

Die Konfrontation mit Kindern und Jugendlichen, die im unmittelbaren Umfeld Gewalt, Missbrauch und unzumutbaren Zuständen ausgeliefert waren, ließen wenig bis gar keinen Spielraum, die Betroffenen adäquat unterzubringen.

Auf Initiative von Frau Stadträtin Brigitta Klein und der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe des Landes konnten für die Umsetzung des Projekts geeignete Räumlichkeiten – bestehend aus zwei Wohnungen – angemietet und adaptiert werden.

Insgesamt stellt die Einrichtung drei Zimmer für Jungen und zwei Zimmer für Mädchen, zwischen zwölf und achtzehn Jahren, zur Verfügung.Mitte August begannen die ersten Mitarbeiterinnen der Übergangswohngruppe damit, den letzten Feinschliff zu organisieren und alles startklar für den Bezug der ersten Kinder zu machen.Damit begann unser Auftrag – als Team des Tiroler Kinderschutzes, die Kinder und Jugendlichen zu betreuen.Unser Team startete zu siebt, vier Sozialpädagoginnen, zwei Sozialarbeiterinnen und einer Haushälterin.

Am zweiten September zog das erste Mädchen bei uns ein, Tags darauf der erste Junge.Es dauerte nicht lange und die Räumlichkeiten waren belegt.Regelmäßig wurden neue Anfragen seitens der Kinder- und Jugendhilfe gestellt und es blieb kein Zweifel mehr über die Notwendigkeit einer derartigen Einrichtung.

Alle Kinder und Jugendlichen haben gemeinsam, dass sie momentan nicht in ihrem Herkunftssystem leben können.Die Gründe dafür sind vielfältig.Mit der Zeit wachsen auch wir mit der Aufgabe, die uns unsere Zielgruppe stellt.Neben dem Sensibilisieren für Grenzen und Regeln ist die erste Zeit bei uns für eine „Stabilisierung“ vorgesehen.

Die Kinder und Jugendlichen befinden sich in mitten von unsicheren und traurigen Zeiten.Sie haben viel erlebt und können eines im Moment am aller wenigsten, „funktionieren“.

Als erstes gilt es für uns, sie dort abzuholen wo sie im Moment stehen und dann, wenn sich der Blick wieder öffnet, mit ihnen zu sehen, wo die Reise hingehen kann.Diese Phase nennen wir „Orientierungsphase“.Dabei wollen wir uns nicht mit einer Zeitvorgabe beschränken, wie lange ein/e Bewohner/ in hier bleiben wird, sondern vielmehr dem Puls des Kindes bzw.Jugendlichen folgen, der in seinem eigenen Tempo von einer Phase in die nächste geht.In der Regel umfasst diese „Clearingphase“, in der wir orten, wohin der/die Jugendliche sich entwickelt, zwölf Wochen.Wohin die Reise in späterer Folge für unsere Kinder und Jugendlichen geht, ist unterschiedlich.Um mit ihnen die geeignetste Lösung zu finden, versuchen wir ihr Herkunftssystem mit einzubeziehen und interdisziplinär zu arbeiten.

Und so haben auch wir als Team unsere Phasen im letzten Jahr durchlaufen.Während uns zwei Mitarbeiterinnen verlassen haben, haben wir drei neue MitarbeiterInnen dazugewonnen.Es waren auch für uns mitunter turbulente Zeiten und es hat seine Zeit gedauert, bis wir uns wieder stabilisiert haben.Wir haben mit Freude das bestehende Konzept aktualisiert, in das wir unsere bisherigen Erfahrungswerte einfließen haben lassen und darüber hinaus arbeiten wir gerade an einem passenden Namen für unsere Einrichtung.

Von September bis Dezember 2013 wurden 12 Kinder und Jugendliche in der Übergangs-WG betreut,davon 4 Mädchen und 8 Jungen.

Prävention in Schulen im Bezirk Landeck

Projekt: Präventionsarbeit mit Volksschulkindern zum Thema Gewalt

Im Jahr 2013 ergab sich auf Grund einer Spende der Bergbahnen Serfaus–Fiss–Ladis für den Tiroler Kinderschutz die Gelegenheit, in verstärktem Maß Präventionsarbeit an Schulen anzubieten.Erstmalig seit Bestehen des Kinderschutzes konnten so im Oberland Workshops angeboten werden, die bisher auf den Raum Innsbruck und Umgebung beschränkt waren.

Wann spricht man von Gewalt? Wie kann ich mich davor schützen? Wo kann ich Hilfe holen? Das sind nur einige der Fragen, die in den Workshops gemeinsam erarbeitet wurden.

Die Gruppenspiele und Einzelarbeiten waren darauf ausgerichtet, Kinder in ihrem Selbstwert zu stärken, sie zu ermutigen, auch einmal „nein“ zu sagen, dabei aber die Grenzen anderer zu achten und Respekt vor den anderen zu bewahren.

Neben der Arbeit mit den Kindern fanden ausführliche Vor- und Nachgespräche mit den LehrerInnen statt sowie – für uns von besonderer Bedeutung – ein Elternabend.

Das Interesse an diesen Abenden war jedes Mal groß.Hier wurden die Eltern informiert, die verschiedenen Formen der Gewalt besprochen, Materialien vorgestellt, Fragen beantwortet.

Bei Gewalt handelt es sich um ein hochsensibles Thema, das Ängste und Wut erzeugen kann oder im Gegenteil verharmlost oder verleugnet wird.Darum muss mit äußerster Sorgfalt an die Thematik herangegangen werden.Damit dies gelingt, ist die vollständige Unterstützung der Schulleitung gefordert.Was dies betrifft, haben wir im Oberland äußerst positive Erfahrungen gemacht.

Folgende Schulen nahmen an dem Projekt teil: Volksschule Zams, Volksschule Landeck-Angedair, Volksschule Bruggen, Volksschule Hochgallmigg, Volksschule Prutz.

Insgesamt wurden 123 Kinder, 246 Eltern, 5 DirektorInnen und 14 LehrerInnen erreicht.Zusätzlich wurde die Bevölkerung über Zeitungsartikel in der TT und in der Oberländer Rundschau informiert.

Um sich an das Thema „Gewalt“ heranzuwagen, braucht es Mut, Sorgfalt und die Bereitschaft hinzuschauen und gegebenenfalls etwas zu verändern. In dieser Hinsicht konnten wir an den Schulen im Oberland etwas bewirken.

Mag.ª Julia Millonig
langjährige Psychotherapeutin im Kinderschutz Imst

Patricia Winkler
langjährige Mitarbeiterin im Kinderschutz Innsbruck, Dipl. Ehe-und Familienberaterin

Wir danken den UnterstützerInnen der Berggala Serfaus-Fiss-Ladis.

Hier steht das Serfaus Fiss Ladis logo

Kindergruppen 2013

Angebote für Gewalt betroffene Kinder

Die Idee, Therapeutische und Sozialpädagogische Kindergruppen anzubieten, ist aus dem Gedanken entstanden, dass es im Falle von häuslicher Gewalt Hilfe und Unterstützung für Frauen im Gewaltschutzzentrum und für Täter das Anti-Gewalt-Training im Verein Neustart gibt, Kinder aber bislang auf der Strecke blieben.Um diese Lücke zu schließen, wurden die Kinderschutz Kindergruppen ins Leben gerufen.

Die Kinderschutz Kindergruppen sind Kooperationsprojekte zwischen der Kinderschutz GmbH Tirol, dem Verein Neustart Tirol und dem Gewaltschutzzentrum Tirol.

2011 fanden zwei Therapeutische Kindergruppen statt, im Jahr 2012 folgten eine weitere Therapeutische und eine sozialpädagogische Gruppenarbeit mit Kindern.Im Jahr 2013 konnten wir ebenfalls eine Therapeutische Kindergruppe und eine Sozialpädagogische Kindergruppe anbieten.

 

Zuhause ist kein sicheren Ort mehr

Die Gruppen werden für Mädchen und Buben von 6 bis 11 Jahren angeboten, die in ihrer Familie Gewalt erlebt haben oder ZeugInnen von häuslicher Gewalt geworden sind.Diese Kinder sind in einer mehrfach belasteten Situation.Sie können ihr Zuhause aufgrund der Ereignisse als keinen sicheren Ort erleben und werden dadurch in ihrer Entwicklung belastet.Darüber hinaus sind ihre primären Bezugspersonen aufgrund der eigenen Belastung nicht ausreichend in der Lage, ihre Funktion als Halt gebende Erwachsene den Kindern gegenüber zu erfüllen.

Aufgabe der Kinderschutz-Kindergruppen ist es nun, den Kindern einen sicheren Rahmen zur Verfügung zu stellen, in dem sie die Möglichkeit haben, ihre Ängste, Unsicherheiten und Schwierigkeiten auszudrücken, Orientierung und Stärkung zu erfahren und Lösungsmöglichkeiten zu erproben.Die gemeinsame spielerische Bewältigung von Schwierigkeiten vermittelt ein Gefühl von Zugehörigkeit und der Ermöglichung von Hilfe.Gefühle von Ohnmacht und Ausgeliefert-Sein können spielerisch erlebt und verringert werden.Das Gruppensetting bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Empathie und Spiegelung durch die Gruppenmitglieder zu erfahren.

Dabei steht besonders die Stabilisierung und Stärkung der Kinder im Vordergrund.Des Weiteren zielt das Angebot auf die Stärkung der Ressourcen und sozialen Kompetenzen der Kinder ab.

Vor Beginn der Gruppe finden ein Gespräch mit den Bezugspersonen und ein Kennenlernen des Kindes statt, um die Situation in der Familie zu besprechen, einen Überblick zu erhalten und eventuelle spezifische Fragestellungen und Ziele zu erarbeiten.

In den folgenden 8 Gruppenterminen wird in einer Gruppe mit Gleichaltrigen auf spielerische Art und Weise (Rollenspiel, Kreatives Gestalten, Diskussion …) an folgenden Zielen gearbeitet:

  • Stabilisierung
  • Stärkung des Selbstbewusstsein, des Sozialverhaltens und der Ressourcen
  • Abklärung des Unterstützungsbedarfs

In den Nachbesprechungen mit den Eltern bzw.dem Bezugssystem wird eine Einschätzung abgegeben und die aus unserer Sicht notwendigen Schritte zur weiterführenden Unterstützung der Kinder besprochen und erarbeitet.

Neben der Vermittlung in eine Einzeltherapie im Kinderschutz und Beratung im Sinne von familienunterstützenden Maßnahmen werden auch weiterführende Gruppenangebote empfohlen und in die Wege geleitet.

 

Das Angebot ist kostenlos.

Überwiegend werden uns Kinder von der Kinder- und Jugendhilfe zugewiesen und wir bedanken uns sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit und das große Interesse!

 

Beide Projekte werden zu 100% mit Spenden finanziert.

Konzept von Mag.a Barbara Koch und Mag.a Cornelia Veith,
beide Psychotherapeutinnen im Kinderschutzzentrum Innsbruck

Koordination: Hannah Steinlechner, BA, Kinderschutzzentrum Innsbruck