stop-mobbing.at

Die Seite zur Mobbingprävention.

Auf dieser Seite erhältst du wichtige Informationen über Mobbing in der Schule. Sie soll dir helfen, Mobbing-Situationen zu erkennen, zu handeln und sie zu beenden.

Mädchen mit vorgestreckter, abwehrender, offener Hand

Informationen zu Mobbing

Was bedeutet Mobbing?

Von Mobbing kann gesprochen werden, wenn

  • eine Person über einen längeren Zeitraum schlecht behandelt wird,
  • negative Handlungen wiederholt stattfinden und
  • ein ungleiches Kräfteverhältnis besteht.

Durch die negativen Handlungen können Gefühle verletzt werden, der Körper kann angegriffen werden oder Gegenstände können beschädigt werden.

Mehr Informationen findest du unter Formen von Mobbing

Die beteiligten Personen

Bei Mobbingfällen können mehrere Personen beteiligt sein:

Es gibt Täter_innen, jene Schüler_innen, die von Mobbing betroffen sind und Zuschauer_innen (und Mitläufer_innen).

Mobbing kann sowohl Schüler als auch Schülerinnen betreffen und auch von Burschen oder Mädchen ausgehen.

Die Täter_innen

Täter_innen versuchen häufig, ihre Position in der Klasse durch die Erniedrigung anderer zu verbessern. Sie nutzen ein unausgeglichenes Kräfteverhältnis. Häufig handeln die Täter_innen nicht im Alleingang, sondern zusammen mit Mitläufer_innen.

In einigen Fällen können Personen, die einst von Mobbing betroffen waren, auch selbst zu Täter_innen werden.

Personen, die von Mobbing betroffen sind

Jede Schülerin und jeder Schüler kann von Mobbing betroffen sein.

Allein in Österreich geben 28 % der Kinder und Jugendlichen von neun bis 16 Jahren an, bereits gemobbt worden zu sein. Wichtig ist, dass du dich an eine dir vertraute Person wendest und dir Hilfe suchst!

Zuschauer_innen und Mitläufer_innen

Bei Mobbinghandlungen können neben den Täter_innen auch Zuschauer_innen und Mitläufer_innen beteiligt sein.

In den meisten Mobbingfällen weiß die ganze Klasse über die negativen Handlungen Bescheid. Schüler_innen können sich den Täter_innen anschließen und somit zu Mitläufer_innen werden. Oder sie wissen zwar Bescheid, handeln jedoch nicht und schauen zu. Mobbing kann gravierende Auswirkungen für die betroffenen Personen haben. Solltest du mitbekommen, dass Mobbing in deiner Klasse oder deiner Schule ein Thema ist: Schau nicht weg! Wende dich an eine dir vertraute Person und unterstütze die betroffenen Personen.

Unter Was tun bei Mobbing? findest du hilfreiche Informationen.

Formen von Mobbing

Wie du vielleicht schon weißt, gibt es unterschiedliche Formen von Mobbing. In den nachfolgenden Absätzen erfährst du etwas über unterschiedliche Mobbinghandlungen. Außerdem werden Beispiele angeführt.

Direkte Mobbinghandlungen

Bei den direkten Mobbinghandlungen wenden die Täter_innen Gewalt an. Die betroffenen Personen werden beispielsweise in der Schule oder am Schulweg geschlagen. Außerdem kann es passieren, dass Schulsachen gestohlen, versteckt oder beschädigt werden. In extremen Fällen kann es auch zu sexualisierter Gewalt kommen.

Beispiel: Carla ist eine 14-jährige Schülerin, welche zurzeit große Angst hat, die Schule zu besuchen.
Der Grund dafür ist, dass sie in letzter Zeit häufig von einer Gruppe ihrer Mitschülerinnen körperlich angegriffen wird. Am Schulweg wird sie von ihnen abgepasst, anschließend geschlagen, getreten und an den Haaren gezogen. Auch in der Schule wird sie von den schlimmen Attacken nicht verschont. Die Täter_innen warten immer, bis sie die Toilette aufsucht und dort geht es mit körperlichen Attacken weiter, ohne dass es eine Lehrkraft mitbekommt. Carla ist verzweifelt und hat große Angst, mit jemanden über ihr Problem zu reden, da sie befürchtet, dass sich alles nur noch verschlimmert.

Indirekte Mobbinghandlungen

Bei indirekten Mobbinghandlungen wird hinter dem Rücken der betroffenen Personen getuschelt und gelästert. Die betroffenen Personen werden ausgelacht, verspottet und beleidigt. Des Weiteren können Lügen oder Gerüchte verbreitet werden. Indirekte Mobbinghandlungen zielen darauf ab, jemanden von der Klassengemeinschaft auszuschließen.

Beispiel: Schon seit einigen Wochen will Carlo eigentlich nicht mehr in die Schule gehen.
Jeden Morgen steht er mit einem unguten Gefühl auf und hat Angst, in die Klasse zu gehen. Sobald er den ersten Schritt in die Klasse setzt, wird er von seinen Mitschüler_innen beschimpft und verspottet. Während des Unterrichtes hört er hinter seinem Rücken seine Mitschüler_innen über ihn lästern. In der letzten Zeit werden auch öfters Lügengeschichten über ihn verbreitet. Das führt dazu, dass er auch von Schüler_innen anderer Klassen verspottet wird. Beleidigungen gegen ihn und seine Familie stehen an der Tagesordnung. Carlo will und kann nicht mehr in die Schule gehen und weiß einfach nicht mehr weiter.

Außerdem kann es passieren, dass jemand über einen längeren Zeitraum ignoriert oder nicht beachtet wird. Dadurch soll den betroffenen Personen das Gefühl vermittelt werden, dass sie nicht existieren.

Beispiel: Carlo ist 13 Jahre alt und fühlt sich in seiner Klasse gar nicht wohl.
Wenn er in die Klasse kommt und seine Mitschüler_innen begrüßt, wird so getan, als wäre er nicht da. Auch in den Pausen redet niemand mit ihm und er bekommt keine Antworten, wenn er jemanden anspricht. Er versteht nicht, warum ihn seine Mitschüler_innen ignorieren und überlegt, ob er Schuld daran hat.

Cyber-Mobbing

Bisher haben wir erfahren, dass es direkte und indirekte Mobbinghandlungen gibt. Allerdings existiert noch ein weiteres Phänomen: das Cyber-Mobbing. Unter dem Begriff „Cyber-Mobbing“ wird das bewusste Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit elektronischen Kommunikationsmitteln wie dem Smartphone oder im Internet verstanden. Die Handlungen erfolgen meist wiederholt und über einen längeren Zeitraum. Cyber-Mobbinghandlungen ereignen sich vor allem auf Foto- oder Videoplattformen (beispielsweise Instagram oder YouTube), in sozialen Netzwerken (beispielsweise Facebook), über Messenger wie WhatsApp oder über Programme wie Snapchat und andere. Im Unterschied zu Mobbinghandlungen, die sich ausschließlich in der Schule und/oder am Schulweg ereignen (können), kann Cyber-Mobbing rund um die Uhr passieren. Kinder und Jugendliche können die Folgen von Cyber-Mobbing oft nicht richtig einschätzen. Einmal veröffentlichte Bilder – zum Beispiel Nacktfotos – verbreiten sich sehr schnell. Außerdem vergisst das Internet nicht: Veröffentlichte Dateien bleiben immer irgendwo gespeichert!

Beispiel: Seit einigen Wochen hat Carla einen Freund – ihre erste große Liebe.
Um ihm eine Freude zu machen, schickt sie ihm Bilder in Unterwäsche. Nach ein paar Wochen macht Carla Schluss. Doch plötzlich hat ihr Exfreund ihre Fotos mit abwertenden Worten auf Facebook veröffentlicht. Carla ist verzweifelt, da alle ihre Mitschüler_innen die Fotos gesehen haben und manche diese auch weiterschicken. Sie schämt sich so sehr, dass sie nicht mehr in die Schule gehen will.

Auswirkungen von Mobbing

Mobbing kann für die betroffenen Personen gravierende Auswirkungen haben. Außerdem können bestimmte Handlungen der Täter_innen auch zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Informationen zu den (straf-)rechtlichen Aspekten erhältst du weiter unten.

Körperliche Folgen

  • Verletzungen durch Schubsen, Schlagen oder Treten (angefangen bei blauen Flecken und Schürfwunden bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen)
  • Selbstverletzendes Verhalten

Seelische Folgen

  • Angst
  • Traurigkeit
  • Einsamkeit
  • Weniger Selbstbewusstsein
  • Lust- und Antriebslosigkeit
  • Selbstmordgedanken

Gesundheitliche Folgen

  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit (Alpträume)
  • Längerfristige Folgen

Sonstige Folgen

  • Schlechte Noten
  • Schulpflicht kann nicht mehr erfüllt werden

Mobbing kann eine Vielzahl von Auswirkungen haben, welche die Entwicklung eines Kindes oder einer jugendlichen Person stark beeinflussen. Das Ausmaß der Auswirkungen hängt dabei häufig vom Temperament, dem Charakter, der Widerstandskraft und dem Selbstwertgefühl der betroffenen Person(en) ab. Mobbing kann folgende Auswirkungen haben: Abfallende Leistung, Verweigern des Schulbesuchs, psychosomatische Beschwerden (beispielsweise Kopf- und Bauchschmerzen), ein verändertes Essverhalten, Angst, Einsamkeit, Isolation, Traurigkeit, Depression, Selbstbeschuldigung und selbstverletzendes Verhalten (eine Person fügt sich selbst Schmerzen zu). In manchen Fällen kann Mobbing auch zu Suizidgedanken und sogar zum Suizid führen.

Wichtig ist, dass sich bei einer Person nicht alle Auswirkungen zeigen müssen. Wenn du ein paar der Auswirkungen bei dir beobachtest, suche bitte eine dir vertraute Person auf und sprich mit ihr über deine Beschwerden.

Rechtliche Informationen

Sobald du 14 Jahre alt bist, bist du strafmündig. Strafmündigkeit heißt, dass bestimmte Handlungen rechtliche Konsequenzen – Geld- oder Haftstrafen – haben können. Solltest du noch nicht strafmündig sein, können deine Handlungen trotzdem Konsequenzen haben: Deine Eltern oder Erziehungsberechtigten können dazu verpflichtet werden, Schadenersatz zu leisten, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. In den folgenden Absätzen lernst du einige Paragrafen kennen, die für dich bei Mobbing relevant sein können. Bei den Paragrafen handelt es sich um Beispiele und nicht um eine vollständige Aufzählung.

Körperverletzung
§ 83 StGB

Körperverletzung bedeutet, dass jemand den Körper einer anderen Person verletzt.

Die Strafen hängen von dem Ausmaß der Verletzung(en) ab. Mobbing hängt häufig mit körperlicher (auch psychischer) Gewalt zusammen.

Gefährliche Drohung
§ 107 StGB

Gefährliche Drohung bedeutet, dass jemand von einer anderen Person bedroht und in Angst versetzt wird.

Beispiel: Carlo sagt zu Christian: „Nach der Schule wirst du von meinen großen Brüdern so verprügelt, dass du ins Krankenhaus musst!“

Nötigung
§ 105 StGB

Nötigung bedeutet, dass jemand durch Gewalt oder eine gefährliche Drohung zu etwas gezwungen wird.

Beispiel: In der Pause sagt Christian zu Carlo: „Gib mir dein Pausenbrot oder ich schlage dich!“

Beleidigung
§ 115 StGB

Beleidigung bedeutet, dass jemand öffentlich oder vor mehreren Leuten beschimpft und/oder verspottet wird.

Beispiel: Christian beschimpft Carlo und seine Familie grundlos auf dem Schulhof.

Cyber-Mobbing
§ 107c StGB

Fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems

Seit dem 01. Jänner 2016 ist Cyber-Mobbing in Österreich ein eigener Straftatbestand. Bitte beachten: Jede Handlung, die in der realen Welt strafbar ist, wird auch in der virtuellen Welt (im Internet) strafrechtlich verfolgt.

Beispiel: Carla hat Carlo sehr gern. Deshalb schickt sie ihm ein Foto, auf dem sie in Unterwäsche zu sehen ist. Carlo schickt das Bild an seine Freunde weiter und sagt ihnen, wie blöd Carla ist. Nun wird sie von ihren Mitschüler_innen ausgelacht. Carla traut sich nicht mehr in die Schule.

Recht am eigenen Bild
§ 78 UrhG

Das Recht am eigenen Bild bedeutet, dass jede Person selbst bestimmten darf, ob seine bzw. ihre Bilder veröffentlicht werden dürfen.

Wird ein persönliches Bild unerlaubt veröffentlicht, kann dieses Recht eingefordert werden.

Beispiel: Carla macht ein Foto von Carlo und lädt es bei Instagram hoch. Carlo will das nicht und fordert Carla deshalb dazu auf, das Foto zu löschen. Wenn Carla das nicht macht, kann es zu einer Anzeige oder eine Klage kommen.

Pornographische Darstellungen Minderjähriger
§ 207a StGB

Im Zusammenhang mit Cyber-Mobbing kann es vorkommen, dass intime Fotos oder Videos, auf denen unter Umständen sexuelle Handlungen zu sehen sind, via Smartphone hochgeladen und/oder weitergeschickt werden. Und zwar ohne die Einwilligung der abgebildeten Personen.

Bilder von geschlechtlichen Handlungen, in denen Minderjährige (das 18. Lebensjahr wurde noch nicht vollendet) involviert sind, werden als Kinderpornografie bezeichnet. Handelt es sich um ein kinderpornografisches Bild, ist jede Handlung, die damit verbunden ist, verboten. Verboten sind das wissentliche Zugreifen darauf im Internet, das Herstellen, das Anbieten, das (sich) Verschaffen, das Überlassen, das Vorführen, das Besitzen oder sonstige Beschaffung von Kinderpornografie.

Achtung: Seit dem 01.01.2016 ist das einvernehmliche Tauschen von eigenen pornografischen Fotos oder Videos zwischen zwei Jugendlichen ab 14 Jahren straffrei. Allerdings ist es Jugendlichen weiterhin verboten, solche Aufnahmen an Dritte weiterzuleiten, siehe auch www.saferinternet.at.

Solltest du intime Fotos von dir verschicken, dann sei dir bitte bewusst, dass sich einmal veröffentlichte Bilder sehr schnell und unkontrolliert verbreiten können.

Was tun bei Mobbing?

Abschließend erhältst du einige Informationen darüber, wie du etwas gegen Mobbing unternehmen kannst und wer mögliche Ansprechpersonen sind.

Wenn du von Mobbing betroffen sein solltest, dann wende dich an eine dir vertraute Person und sprich mit ihr über die Problematik. Wichtig ist, dass du deine Gefühle, deine Ängste und deine Sorgen ansprichst! Sollte es für dich in Ordnung sein, kannst du auch die Täter_innen direkt ansprechen und ihnen mitteilen, dass eine Grenze überschritten worden ist. Manchmal kann es auch hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, um das Erlebte festzuhalten.

Du kannst dich an folgende Personen wenden

  • Eine dir vertraute Person
  • Eltern oder Erziehungsberechtigte
  • Vertrauens- oder Beratungslehrer_innen
  • SCHUSO – Schulsozialarbeit
  • Schulpsychologie

Unter www.werhilftwie-tirol.at kannst du weitere hilfreiche Angebote finden.

Cyber-Mobbing

Solltest du von Cyber-Mobbing betroffen sein, wende dich an eine dir vertraute Person. Da manche Handlungen strafrechtliche Folgen haben können, kann es hilfreich sein, wenn du Bilder, Chatverläufe oder andere Dateien sicherst beziehungsweise sie durch Screenshots speicherst. Außerdem kannst du Personen, Beiträge oder Nachrichten, die dir nicht gefallen, bei den Betreiber_innen der Kommunikationsdienste (Facebook, WhatsApp und andere) melden oder blockieren. Wenn du dich nicht so gut auskennst, dann kannst du dich jederzeit an die SCHUSO – Schulsozialarbeit oder andere Helfer_innen wenden.

Gemeinsam gegen Mobbing – erkennen, ansprechen, handeln

Du bist nun am Ende der Seite stop-mobbing.at angelangt und hast einiges über Mobbing erfahren. Bitte beachte abschließend noch die folgenden Punkte:

  • Wenn du mitbekommst, dass jemand gemobbt wird, dann schreite ein
  • Solltest du von Mobbing betroffen sein, wende dich an eine dir vertraute Person
  • Sprich darüber: Meistens kann das Ansprechen bereits der erste Schritt in eine bessere Richtung sein
  • Konflikte kommen vor. Versucht, diese zu lösen, bevor sie überhandnehmen
  • Die Schule und Angebote wie die SCHUSO – Schulsozialarbeit tolerieren keine Form von Gewalt
  • In einer positiven Klassengemeinschaft geht es allen besser